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Symposium im DRK-Generalsekretariat zum Bevölkerungsschutz

Wie sieht die Hilfe nach einem Hochwasser aus? Wer rückt an bei einer Gasexplosion oder einem Gift-Unfall? Wer unterstützt die Betroffenen bei einem Anschlag wie der am Breitscheid-Platz in Berlin? Auf welche Geschehnisse müssen sich die Menschen in Deutschland einstellen? Das Sommersymposium „Der Mensch im Mittelpunkt – Impulse für einen zukunftsfähigen Betreuungsdienst“ am 19. Juli 2017 auf dem Gelände des DRK-Generalsekretariates in Berlin zeigte, wie Bevölkerungsschutz funktioniert und wohin er sich entwickeln soll.

Vom Prototyp einer rollenden Arztpraxis, Psychosozialer Notfallversorgung bis zur Wasseraufbereitungsanlage präsentierte das DRK die wichtigsten Bausteine seines Krisenmanagements. Eröffnet wurde das Symposium „Impulse für einen zukunftsfähigen Betreuungsdienst“ von DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters und Schirmherrin Dr. Emily Haber, Staatsekretärin im Bundesministerium des Innern.

LV Sachsen: Handeln zu „Ad-hoc Betreuungslagen“ der letzten 5 Jahre

Der DRK Landesverband Sachsen, war vertreten durch den Präsidenten, Holger Löser, den Vorstandsvorsitzenden und obersten Krisenmanager des DRK Sachsen, Rüdiger Unger, den K-Beauftragten, Lars Werthmann, sowie Nicole Porzig, Referentin Katastrophenschutz.

Rüdiger Unger gab in einer Präsentation Einblicke in das einsatztaktische Geschehen des DRK während der beiden großen Herausforderungen der letzten Jahre - der Hochwasserlage 2013 und der Flüchtlingskrise 2015/16. Er zeigte auf, dass klassische Betreuungsprozesse u -strukturen sich bei solch komplexen Betreuungslagen als unzureichend erwiesen haben. Vielmehr sei der Einsatz aller DRK-Ressourcen und -Gemeinschaften im Sinne des Komplexen Hilfeleistungssystems in solchen Extremlagen - bei gleichzeitiger Konzentration auf die Kernkompetenzen des Roten Kreuzes - erforderlich.

Des Weiteren betonte Unger den Schulterschluss mit Partnern wie THW und Bundeswehr u.a. im Bereich Infrastrukturmaßnahmen, Technik, Transport und Führungsunterstützung während beider Krisenlagen.

„Um eine hinreichende Handlungsfähigkeit zu gewährleisten, ist für das DRK in Sachsen ein weiterer Aufbau logistischer Kompetenzen im Sinne einer humanitären Logistik und die gesteigerte Vorhaltung verbandseigener Ressourcen zwingend erforderlich“, so Unger.

Selbst- und Nachbarschaftshilfe als ergänzendes Element

Deutschland muss sich nach Einschätzung des DRK beim Bevölkerungsschutz besser auf große Krisensituationen vorbereiten. „Wir müssen eine nationale Strategie entwickeln und umsetzen, die die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung und des ganzen Landes gegenüber großen Krisenszenarien stärkt. Dabei müssen wir auch die Bevölkerung zur Selbst- und Nachbarschaftshilfe befähigen“, sagte DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters .

Er sieht dabei die Selbst- und Nachbarschaftshilfe der Bevölkerung vor Ort als Ergänzung zu einem nationalen Krisenmanagement, Die Selbst- und Nachbarschaftshilfe solle deshalb einen größeren Stellenwert erhalten und die Zeit vom Ereignis bis zum Eintreffen der planmäßigen Hilfe überbrücken.

Auch Staatssekretärin Haber unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit staatlicher Stellen in Bund, Ländern und Kommunen, mit der Wirtschaft und den Hilfsorganisationen. Dabei stellte sie das ehrenamtliche Engagement ist eine urdemokratische, aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen besonders heraus. „Sie muss daher erhalten und gefördert werden."

Ehrenamt – das Rückgrat des Bevölkerungsschutzes

Weltweit einzigartig ist, dass der Bevölkerungsschutz in Deutschland zu über 90 Prozent von ehrenamtlichen Personen getragen wird. Das Ehrenamt findet deshalb in der neuen Konzeption „Zivile Verteidigung“ der Bundesregierung besondere Erwähnung. Die rund 275.000 ehrenamtlichen Führungs- und Einsatzkräfte des DRK in den Bereitschaften, der Bergwacht, der Wasserwacht und der Wohlfahrts- und Sozialarbeit bildeten dabei zu einem großen Teil das Rückgrat des ehrenamtlich getragenen Bevölkerungsschutzes. Unterstützt werden sie dabei von rund 25.000 Rotkreuz-Schwestern sowie über 100.000 weiteren hauptamtlichen DRK-Mitarbeitern.

19. Juli 2017 15:12 Uhr. Alter: 32 Tage