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Erfahrungsberichte

Ansprechpartner

Team Freiwilligendienste

DRK Landesverband Sachsen e. V.
Abteilung Ehrenamt / Rotkreuzdienste
Bremer Str. 10d
01067 Dresden

Tel: 0351 4678-142
Fax: 0351 4678-180

freiwilligendienste@drksachsen.de

Sie möchten sich engagieren und anderen Menschen helfen? Doch Sie sind nicht sicher, ob ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), der Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder der Bundesfreiwilligendienst aller Generationen (BdaG) das Richtige für Sie ist? Einige unserer Freiwilligendienstler haben sich bereit erklärt, Fragen zu beantworten. Vielleicht helfen Ihnen die Erfahrungsberichte von Ali oder Constanze, John oder Evelyn und einigen anderen bei Ihrer Entscheidung. Freiwilligendienst kennt kein Alter und man lernt immer etwas Neues - sehen Sie selbst!

  • Das Abitur in der Tasche und nun?

    Nach 12 langen Jahren Schule in die Uni und direkt weiter büffeln? NEIN, DANKE! Zwölf Jahre Theorie reichen vorerst, jetzt ist die Zeit gekommen, um praktische Erfahrung zu sammeln. Aber wie? Auslandsjahr, Work-and-travel, au pair, einfach ein Jahr reisen oder doch lieber etwas Gutes für die Gesellschaft tun? Ich habe mich für letzteres entschieden und bin so auf die Freiwilligendienste gestoßen - FSJ, BFD, FÖJ - es gibt unendliche Möglichkeiten.
    Als gemeinnützige Organisation mit großer Bandbreite ist mir zuerst das Deutsche Rote Kreuz eingefallen. Nach einigem Stöbern auf der Website
    (wonderl.ink/@drk-freiwilligendienste-sachsen) entschied ich mich dazu eine Bewerbung abzuschicken. Als erstes erfolgte ein persönliches Gespräch (telefonisch), um mögliche Einsatzstellen zu finden. Schnell kristallisierte sich ein FSJ an einer Schule heraus, welches für mich zur beruflichen Orientierung dienen sollte. Die passende Schule war schnell gefunden und damit konnte es schon fast losgehen.
    Es stellte sich natürlich die unausweichliche Frage: "Was erwartet mich? " Zuallererst einmal eine Menge neuer Leute, von Kollegen über Eltern bis zu den Schülern selbst. Dabei war es von großem Vorteil, dass ich mit so ziemlich jedem Menschen klarkomme. Sowohl von den Kollegen, als auch von den Kindern wurde ich freundlich empfangen.
    Aber ich war nicht der einzige Neue an der Schule, da waren über 100 Kinder, für die ebenfalls ein neuer Lebensabschnitt begann. Daraus ergab sich auch die Hauptaufgabe in den ersten Wochen. Neben den Lehrkräften der neuen Erstklässler waren auch die Kinder selbst für jede Unterstützung dankbar. Es war sehr schön, mit den Kindern die neue Umgebung zu entdecken. "So wie es in den Wald hineinschallt, schallt es auch wieder raus. "Dieses Sprichwort galt auch für die allermeisten Schüler, war man freundlich zu Ihnen, waren auch Sie zumeist freundlich. Wenn man nett zu Ihnen ist, gewinnen viele kleine Kinder schnell Vertrauen und kommen auch mit Problemen zu einem. Wenn man sich dieser annimmt und sie löst (evtl. auch mit Unterstützung) akzeptieren die Kinder einen schnell als Teil des Lehrerkollegiums. Da ich nicht fest in einer Klasse war, lernte ich recht schnell unterschiedlichste Klassen, Schüler und Lehrkräfte
    kennen. Damit wurden auch die Tätigkeiten vielfältiger. Am meisten mochte ich die Begleitung von Klassen zu Ausflügen, egal ob in den Park, ins Museum oder zur Bibliothek. Eine eher entspannte aber ebenso schöne Tätigkeit war das Spielen mit den Kindern während der Ferienbetreuung (Schach, Monopoly usw.).
    Neben diesen wiederkehrenden Tätigkeiten, gab es auch einmalige, besondere Momente,
    so zB in der Projektwoche zum Thema "Tiere dieser Welt". Ich habe bei einem Bastelprojekt
    geholfen, wir haben Tierfiguren aus Eierkartons gebastelt und bemalt. Auch wenn es erst
    einmal sehr chaotisch war, weil wir deutlich mehr Kinder hatten als geplant, waren es sehr
    schöne fünf Tage. Ich habe viele Kinder noch einmal ganz anders kennengelernt. Dies lag
    zum Einen an der Art des Workshops - viele Kinder agieren bei einem Kreativangebot ganz
    anders als im "normalen" Unterricht. Hinzu kommt die veränderte Gruppe, die Projekte
    fanden in gemischten Gruppen von Klasse 1-4 statt. Durch die andere Gruppenkonstellation
    ergab sich eine ganz andere Gruppendynamik als in den regulären Klassen.
    Die tägliche Arbeit in der Einsatzstelle stellt nur einen Teil des freiwilligen sozialen Jahres
    dar. Den anderen Teil bilden die Bildungstage, in Form von Seminartagen und -wochen.
    Dabei haben mir vor allem die Seminarwochen gefallen. Es war stets ein guter Mix aus
    Input, in Form von Workshops, Vorträgen & Co. und Freizeit, in der man als Gruppe oder
    Kleingruppe Spaß haben konnte. Den schönsten oder besten Seminarmoment zu benennen
    fällt durch die Fülle an herausragenden Erlebnissen schwer.
    Einer unter vielen schönen Momenten war das gemeinsame Sitzen, Musizieren und Singen
    am Lagerfeuer während der ersten Seminarwoche in Chemnitz.
    Dieser Moment ist nun schon eine Weile her, auch die letzte Seminarwoche ist vorüber und
    es wird Zeit zurückzublicken und sich zu fragen: "In welchen Bereichen habe ich mich
    persönlich weiterentwickelt?"
    Zuerst habe ich gelernt, ruhig zu bleiben, auch wenn es mal Probleme gibt. Das ist sehr
    wichtig, da sich jegliche Unruhe direkt auf die Kinder überträgt. Viele Kinder und begrenzter
    Raum, dies führt immer wieder zu Streitigkeiten, die es zu lösen gilt. In diesem Punkt aber
    auch generell im Umgang mit den Kindern habe ich viel dazugelernt.
    "Was nehme ich mit in die Zeit danach?"
    Das ist eine der häufigsten Fragen, die mir gegen Ende des Jahres begegnet sind. Oft auch
    fälschlicherweise gleichgesetzt mit der Frage - "Was hat das Jahr mir gebracht?" -
    Wie zu Beginn erwähnt, sollte das FSJ für mich zur beruflichen Orientierung dienen. Dieses
    Ziel ist erreicht, ich wurde in dem Wunsch, Lehrer zu werden, bestärkt. Während des Jahres
    habe ich viele neue Situationen erlebt, ein Großteil positiv - manche negativ. Sie alle wurden
    von mir gemeistert oder zumindest überlebt, diese Erfahrungen haben zur persönlichen
    Entwicklung beigetragen.
    Zum Schluss bleiben natürlich auch viele nette Menschen, die ich im Laufe dieses Jahres
    kennenlernen durfte, von Kolleginnen und Kollegen in der Einsatzstelle über andere FSJler
    bis hin zu Mitarbeitern der Abteilung Freiwilligendienste des DRK Sachsen.
    Natürlich gab es im Verlauf des Jahres auch Probleme und Personen, mit denen ich nicht
    wirklich gut klarkam, aber die gibt es immer und man kann sie hinter sich lassen.
    Abschließend kann ich nur sagen, dass ich es zu keiner Zeit bereut habe, dieses Jahr zu
    investieren und es jederzeit wieder tun würde. Auch wenn das Taschengeld recht niedrig ist,
    sind die Erfahrungen die Zeit wert.

  • Ein FSJ im wissenschaftlichen Bereich? Erste wissenschaftliche Erfahrung am CRTD sammeln. (Leandra)

    Eigene Projekte im Labor durchführen | FSJ am CRTD der TU Dresden

    Externes Youtube Video.
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    Von kleinen Zellen und großen Hoffnungen: Wie das Immunsystem dabei helfen kann, unheilbare Krankheiten zu besiegen, und wie junge Menschen diesen Prozess aktiv mitgestalten.

    Leandra Kost beugt sich über den Metall-Behälter und öffnet ihn vorsichtig. An ihren Händen trägt sie dick gepolsterte, rosa Handschuhe. Der flüssige Stickstoff dampft heraus und Leandra greift nach einer Palette mit weiß gefrorenen Röhrchen. „Dies sind Immunzellen. Damit können wir die Arbeit der Makrophagen näher erforschen“, erläutert die 19-Jährige. Sie ist eine von sieben jungen Menschen, die im Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) ein Freiwilliges Soziales Jahr im wissenschaftlichen Bereich absolviert haben. Makrophagen, auch Riesenfresszellen genannt, standen in Leandras Forschungsgruppe dabei im Mittelpunkt. Ebenso die Stammzellenforschung. „Besonders viel Spaß haben mir die Zellfunktionstests gemacht. Dabei habe ich geschaut, wie genau die Makrophagen arbeiten, wie sie beispielsweise Fremdstoffe aufnehmen.“ Diese Fremdstoffe können Krankheitserreger ebenso wie Krebszellen sein. Auch bei der Gesunderhaltung und Regeneration von Gewebe spielen Makrophagen eine wichtige Rolle. „Bei meinen Untersuchungen habe ich beispielsweise analysiert, inwieweit Makrophagen in der Lage sind, sich an anderes Gewebe anzupassen“, erläutert Leandra.

    All das geschieht in der Petrischale beziehungsweise im Reagenzglas. Empfindlich darf man dabei nicht sein, denn dazu gehört auch die Arbeit an konservierten Organen oder Gewebeproben, um beispielsweise genetische Variationen und Mutationen zu analysieren.

    Internationale Forschung zum Wohle des Menschen

    „Ziel unserer Arbeit hier ist es, bessere Einblicke in bislang unheilbare Krankheiten zu erhalten, um neue Behandlungsansätze entwickeln zu können“, verdeutlicht Michaela Burkon. Sie ist Technische Assistentin und hat Leandra Kost während des FSJ fachlich angeleitet. Gemeinsam mit ihren Kollegen der anderen Forschungsgruppen arbeitet die 38-Jährige aber nicht nur am fachlichen Wissen der Freiwilligen. „Wir ermuntern unsere FSJler zu selbstständigem Arbeiten. Das ist im Forschungsbereich unerlässlich“, so Michaela Burkon. Mitarbeiter aus über 30 Nationen kommen am CRTD zusammen. „Man hat hier die Chance so viel über verschiedenste Kulturen zu lernen, mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt zu treten, da kommt quasi die ganze Welt in einem Labor zusammen“, sagt Michaela Burkon. Das war für Leandra zu Beginn des FSJ eine besondere Herausforderung. Sie erinnert sich noch gut an die ersten Wochen, als sie bei Projektvorstellungen der anderen Mitarbeiter noch nicht so viel verstanden hatte. „Das war alles in Englisch. Davor hatte ich großen Respekt. Es hat eine Weile gedauert, aber je öfter man diese Sachen hört, desto schneller lernt man sie.“ Leandra war klar, dass sie an Englisch nicht vorbeikommen würde, wenn sie später im Bereich Biologie arbeiten will. „Aber wir haben auch mit den Kollegen nach Feierabend etwas zusammen gemacht. Das war wichtig für mich, damit ich dort aus mir herauskommen und mein Englisch verbessern konnte.“

    Praktisches Arbeiten im Labor und pädagogische Seminare

    Für das FSJ hat sich Leandra ganz bewusst entschieden. „Ich wollte nach dem Abitur das Arbeitsleben kennenlernen und schauen, ob der biologische Bereich meine Zukunft ist“, sagt die 19-Jährige. Um das herauszufinden, schien ihr ein zweiwöchiges Praktikum beispielsweise im Labor zu wenig. Leandras Mutter war es schließlich, die auf das FSJ am CRTD aufmerksam wurde. Deutschlandweit gibt es nur sehr wenige Einsatzstellen, die einen wissenschaftlichen Hintergrund im Freiwilligen Sozialen Jahr bieten. „Die Idee dazu kam uns 2016“, berichtet Judith del Mestre, Personalreferentin am CRTD. Gemeinsam mit dem Landesverband Sachsen e.V. des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wurde diese Idee weiterentwickelt und mit drei FSJ-Plätzen in die Tat umgesetzt. Heute sind es bis zu sieben Plätze, die zur Verfügung stehen. „Damit versuchen wir, eine Brücke zwischen Wissenschaft und sozialem Engagement zu bauen, denn auch am CRTD steht der Mensch im Mittelpunkt, nur aus anderer Perspektive“, sagt Maria Hille vom DRK Landesverband Sachsen e.V. Freiwillige können hier ihre sozialen Kompetenzen weiterentwickeln sowie die verschiedenen Berufsmöglichkeiten in Wissenschaft und Forschung kennenlernen. „Bei uns geht es darum, neue Therapien für bislang nicht heilbare Krankheiten zu erforschen. Das ist ein Thema, das einen großen Einfluss auf die Gesellschaft der Zukunft hat, das von der Gesellschaft mitgetragen werden muss. Da ist es wichtig, dass gerade junge Menschen fundierte Einblicke und Informationen für sich und ihr Umfeld bekommen“, so Judith del Mestre.

    Während des Freiwilligen Sozialen Jahres werden die jungen Erwachsenen vom DRK pädagogisch begleitet. Neben der Betreuung durch Sozialpädagogen stehen insgesamt 25 Seminartage auf dem Programm. Dabei geht es um Themen wie Erkrankungen im Alter, Erste Hilfe am Kind, interkulturelle Kommunikation oder Hintergründe von Sucht. „Durch den Austausch mit den anderen Freiwilligen erhalten die FSJler zudem weitere Einblicke in verschiedenste soziale Bereiche“, so Maria Hille. Auch Hospitationen beispielsweise im Pflege- oder Seniorenheim „Clara Zetkin“ gehören normalerweise dazu, mussten allerdings in den vergangenen zwei Jahren pandemiebedingt ausfallen.

    Arbeit, die einen prägt und bei der man sich weiterentwickelt

    Die Arbeit am CRTD hat Leandra merklich Spaß gemacht. Sie berichtet von Zellkulturen, Genotypisierung und Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zur Vervielfältigung von DNA, sie spricht über wild types (Wildtypen) und Mutanten und über ihren Umgang mit Gewebeproben. „Es ist etwas ganz Anderes als in der Schule. Man wird selbstständiger und lernt fürs Leben“, sagt die 19-Jährige. Als ein Beispiel nennt sie den Umgang mit Fehlern. „Das war für mich am Anfang ganz schlimm, wenn ich etwas falsch gemacht hatte, denn ich wusste, dass das teuer ist. Doch ich habe gelernt, damit umzugehen.“ Sicherlich auch dank der Begleitung durch Michaela Burkon, deren Motto lautet „Großartige Forschung braucht coole Ideen, Geduld und ein paar Fehler.“ Das FSJ hat Leandras Persönlichkeit auf jeden Fall geformt, wie sie selbst sagt, und in ihrer Entscheidung bestärkt. Sie beginnt nun ein Biologie-Studium in Bayreuth.

    S. Rödel / Sächsiche Zeitung

  • Berufswunsch Pflege? Mit dem BFD erste Schritte auf dem Berufsweg gehen. (Ali, 21)
    Ali steht in einem Raum, in dem eine behindertengerechte Badewanne platziert ist. Er zeigt, wie er beim Heben von Personen unterstützt wird. Foto: Tosten Wieland

    November 2015

    Ali ist 21 Jahre und stammt aus dem Libanon. Seit über 3 Jahren ist er in Deutschland. Er verfügt über einen anerkannten Bleibestatus und will sich deshalb beruflich neu orientieren. Seit August leistet er einen Bundesfreiwilligendienst in einem Seniorenheim. Bis dahin kannte er den Umgang mit älteren Menschen nur in Verbindung mit seinem Großvater.

    Was ist Dein Tätigkeitsfeld im BFD?

    Ali: Ich arbeite im Bereich der Altenpflege im Seniorenpflegeheim Clara-Zetkin-Heim. Das ist eine Einrichtung des DRK Kreisverbandes Dresden. Zu meinen Aufgaben gehören im Grunde all die Dinge, bei denen die alten Menschen Hilfe brauchen: Wecken, Hygiene, Ankleiden, Essenreichen, Ordnung schaffen in den Zimmern, Toilettengänge und ganz wichtig auch die Beschäftigung.

    Wie bist Du dazu gekommen?

    Ali: Ich bin seit zweieinhalb Jahren in Deutschland, vorher habe ich im Libanon Hotelmanagement studiert, aber das wurde in Deutschland leider nicht anerkannt. Ich möchte eine Ausbildung in Deutschland machen, aber dafür muss mein Schulzeugnis anerkannt werden. Bis es soweit ist, sammle ich Erfahrungen im BFD. Im Jobladen – eine Anlaufstelle für Jugendliche – wurde mir der Dienst empfohlen.

    Was ist Deine Motivation für den BFD?

    Ali: Ich wollte schon lange in der Pflege arbeiten. Ich finde es schön anderen zu helfen. Im Libanon war das für mich nicht möglich. Altenpflegeeinrichtungen gibt es sehr wenige in meiner Heimat. Ich mache jetzt den BFD, um zu schauen, ob der Beruf auch wirklich zu mir passt. Ob es das Richtige für mich ist. Ich habe bereits festgestellt, dass es mir sehr viel Freude macht. Ich bin zufrieden!

    Was macht Dir besonders Spaß?

    Ali: Wenn ich mit den alten Menschen die Zeit finde und wir miteinander in Ruhe sitzen. Dann fangen sie an zu erzählen – von ihrem Leben, ihren Erfahrungen. Am meisten begeistert es mich, wenn mir die alten Menschen Bilder von früher zeigen, von ihrer Jugend. Dadurch lerne ich sehr viel über Deutschland, über die Traditionen und die Geschichte. Das ist ein schöner Weg, um Deutschland und seine Menschen besser kennnenzulernen.

    Was waren bis jetzt besonders schöne oder bemerkenswerte Erlebnisse?

    Ali: Eine alte Frau hat mich zu sich gerufen, hat mich herzlich umarmt und geküsst, mir gesagt, dass ich für sie wie ein Enkel bin. Sie ist für mich wirklich wie eine Oma. Sie war früher Ärztin und ist sehr klug. Sie gibt mir viele Tipps für das Leben. Oft gehen wir spazieren. Manchmal tanze ich auch mit den Heimbewohnern. Ich möchte, dass die alten Menschen sich wohl fühlen und auch noch Spaß haben. Ich denke, deshalb mögen mich die meisten sehr. Ich werde sehr gut akzeptiert. Vor allem, dass auch mal ein Mann in der Pflege arbeitet, wird als schön empfunden.
    Wegen der Sprache hatte ich am Anfang bei einigen Heimbewohnern Probleme. Manche sprechen so stark den sächsischen Dialekt. Das klingt dann schon fast gar nicht mehr Deutsch. [lacht]

    Hast Du durch den BFD neue Ansichten entwickelt?

    Ali: Vorher hatte ich großen Respekt vor dem zeitigen Aufstehen, vor der Körperlichkeit der Arbeit. Aber auch die Reaktion der alten Menschen auf mich, machte mir ein wenig Sorge. Aber mittlerweile denke ich, es ist die beste Zeit bis jetzt in meinem Leben. Früher hatte ich keine Ahnung was Pflege ist. Ich habe zwar mit meinem Opa zusammengelebt, aber dabei haben wir – meine Familie und ich – wohl einiges nicht ganz so richtig gemacht. Jetzt habe ich mehr Ahnung, was alte Menschen brauchen, sei es beim Essen und Trinken oder was bei Krankheiten zu tun ist.

    Wie ist die Anerkennung in deinem sozialen Umfeld?

    Ali: Viele Freunde aus meinem Land finden das toll. Die fragen mich, wie bist du dazu gekommen – wir möchten das auch. Ich kenne vier Leute, die machen jetzt einen Sprachkurs und wollen auch einmal in die Richtung Pflege gehen. Auch meine deutschen Freunde sagen, dass ist ein schöner Beruf – aber auch sehr schwer.

    Was sind Deine Ziele nach dem BFD?

    Ali: Ich bin erst seit 4 Monaten dabei und ich habe schon so viel gelernt. Ich habe aber noch viel Zeit vor mir und will noch viel, viel mehr lernen! Nach dem BFD möchte ich auf jeden Fall eine Ausbildung in der Pflege machen.

    Wie schätzt Du die Bildungsangebote ein?

    Ali: Bei der Seminarwoche in Chemnitz habe ich viele Freunde kennengelernt. Wir haben vormittags und am frühen Nachmittag gelernt. Danach haben wir viel miteinander unternommen: Klettern, Bowling, Abendgestaltung – das war richtig schön! Es war Zeit für alles – Lernen und Spaß. Jetzt freu ich mich auf die nächste Seminarwoche in Schleife – insgesamt gibt es drei Seminarwochen.

    Was würdest du anderen Interessierten mit auf den Weg geben?

    Ali: Für Nichtdeutsche ist das Wichtigste vornweg das Lernen der Sprache. Altenpfleger ist ein toller Beruf. Wenn jemand Interesse daran hat, aber noch unentschlossen ist, sollte er einen Freiwilligendienst nutzen, um zu schauen, ob es wirklich das Passende ist.

    Redaktion & Interview: Torsten Wieland

  • Schule geschafft und dann? Erfahrungen sammeln im BFD! (John, 20, Alexander, 20)
    Alexander und John stehen vor einem DRK Wagen, dessen Fahrertür geöffnet ist und lächeln in die Kamera. Foto: Tosten Wieland

    Mai 2015

    Die beiden Bundesfreiwilligen, John und Alexander, sind beide 20 Jahre alt und absolvieren Ihren Dienst im gleichen Aufgabenfeld in Westsachsen: Sie arbeiten im Fahrdienst. Auch Ihre Erfahrungen ähneln sich. Die Zukunft stellen sich beide jedoch unterschiedlich vor. Eines jedoch nehmen beide aus dem BFD mit, unglaublich intensive Lebenserfahrung!

    Was umfasst Eure Tätigkeit im BFD und für welche Dauer seid Ihr dabei?

    John: Ich absolviere meinen BFD im DRK Kreisverband Leipzig-Stadt. Ich bin im Behindertenfahrdienst tätig. Wir fahren hauptsächlich behinderte Schul- oder Kindergartenkinder. Außerdem fahre ich auch „Essen auf Rädern“ aus. Gestartet bin ich im August 2014 und der Dienst dauert ein Jahr.

    Alexander: Ich bestreite meinen Dienst im DRK Kreisverband Delitzsch, ebenfalls im Fahrdienst und hier speziell der Kinderfahrdienst. Dabei gibt es eine große Bandbreite: ich fahre sowohl Gruppen von Kindern als auch Einzelfahrten. Die Ziele sind zum Beispiel Schulen, Betreuungseinrichtungen oder Tagesstätten. Ich mach das seit September 2014 – ebenfalls für 12 Monate.

    Wie seid Ihr zum Freiwilligendienst gekommen?

    Alexander: Bei mir war es so, dass ich nach dem Abi erstmal nicht genau wusste, was ich machen soll. Ich kannte von früher den Zivildienst und habe mich dann beim DRK informiert, ob sie auch den Bundesfreiwilligendienst anbieten. Da war auch gerade eine Stelle im Fahrdienst frei und ich habe zugegriffen, da ich gern Autofahre.

    John: Bei mir war das ganz ähnlich. Ich habe nach der Schule für ein Jahr etwas gesucht, wo ich etwas komplett anderes machen kann – Geld verdienen, Erfahrungen sammeln. Die Bewerbung auf den BFD lief dann beim DRK auch ganz unkompliziert und so bin ich ebenfalls auf einer freien Stelle beim Fahrdienst gelandet.

    Was war eure hauptsächliche Motivation den Dienst anzutreten?

    John: Ich wollte mich schon sozial engagieren – etwas für andere tun.

    Alexander: Das soziale Engagement war für mich auch wichtig und der BFD schien da die einfachste Variante und eine gute Wahl. Und auch für die Zukunft erwarte ich mir Vorteile dadurch, schließlich wird so ein freiwilliger Dienst bei Bewerbungen auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz recht hoch angerechnet.

    Welche Erwartungen oder Hoffnungen verbindet Ihr mit dem Freiwilligendienst? Haben sich diese vielleicht zum Teil bereits erfüllt?

    John: Erwartungen hatte ich eigentlich keine. Ich bin da ganz unbefangen rangegangen. Während der Tätigkeit haben sich dann Erwartungen gebildet, in Bezug auf Eigenverantwortung und Vertrauen durch den Arbeitgeber. Beides wird erfüllt.

    Alexander: Ich habe mir eine gewisse Vorbereitung aufs Berufsleben erwartet, auf eine gewisse Selbstständigkeit und auf die Übernahme von Verantwortung. Beides muss ich im Fahrdienst und im Umgang mit Behinderten tun und das empfinde ich als sehr prägend für mich. Auch das Geld spielte eine Rolle bei der Wahl des BFD als Freiwilligendienst – bei allem Engagement, als junger Mensch möchte man sich ja auch das eine oder andere leisten.

    Was macht besonderen Spaß? Was waren bis jetzt besondere Momente für euch?

    Alexander: Der schönste Moment für mich war bis jetzt, als ein stark körperlich wie geistig behindertes Kind, dass ich sehr oft gefahren habe und das nur ganz selten Menschen nah an sich heran lässt, auf mich zugekommen ist und gesagt hat: „Ich hab dich lieb!“ Das sind die Momente, wo man merkt, durch ein Maß an Zuneigung und Zuwendung erreicht man diese Kinder und sie nehmen dies gern an.

    John: Es gibt bei mir eigentlich ganz viele schöne Momente. Wenn die Kinder sich freuen, dass der Lieblingsfahrer wieder kommt und dann das Kinderlachen, da kommt so viel Dankbarkeit zurück – auch wenn es nicht ausgesprochen wird.

    Haben sich gewisse Einstellungen durch den Dienst bei Euch geändert? Habt Ihr vielleicht sogar neue Impulse bekommen?

    John: Ja, ich finde, ich bin der sozialen Schiene in meiner Berufsorientierung näher gekommen, d. h. ich überlege ein Studium für Sozialmanagement anzufangen. Der Einblick während des BFD war da schon maßgebend.

    Alexander: Ich finde, gerade der Umgang mit Behinderten hat mich aufmerksamer werden lassen im Umgang mit Menschen. Ich habe Dinge und Situation kennengelernt, mit denen ich vorher nicht umgehen konnte, weil ich mich nicht hineinversetzen konnte, weil ich sie gar nicht wahrgenommen habe. Das ist jetzt anders und ganz allgemein lernt man – vor dem Hintergrund anderer Schicksale - das eigene Leben zu schätzen.

    Was sagt Euer soziales Umfeld?

    John: Meine Eltern und Großeltern haben es sehr gut angenommen. Im Freundeskreis ist es sehr hoch angesehen. Es wird mir sehr viel Anerkennung ausgesprochen. Aber auch Respekt, wenn ich erzähle, dass ich manchmal bis zu acht Kinder chauffiere. Das wird schon als Herausforderung aufgefasst, was es ja auch ist!

    Alexander: Meine Familie und Freunde stehen auch hinter meiner Entscheidung für den Freiwilligendienst. Viele Freunde konnten sich zwar unter dem Stichwort Bundesfreiwilligendienst nichts vorstellen. Aber wenn ich dann sage, es ist so ähnlich wie der Zivildienst, dann ist es für die meisten klar, in welcher Richtung ich mich zurzeit engagiere.

    Wie bewertet Ihr die Bildungstage während eurer Dienstzeit?

    John: Für mich sind diese Tage etwas sehr Schönes: Ich bekomme Einblicke in andere Einsatzstellen und somit in andere Bereich der sozialen Arbeit. Außerdem kommt die Kultur nicht zu kurz, wir gehen z. B. ins Theater. Es ist auch eine gute Gelegenheit, sich mit den anderen Freiwilligen auszutauschen und zu erfahren, was deren Beweggründe für den Dienst sind.

    Wie sehen Eure Absichten nach dem Bundesfreiwilligendienst aus?

    Alexander: Bei mir wird eine Ausbildung folgen, zwar geht diese in eine komplett andere Richtung und zwar zum Industriemechaniker. Aber ich muss bereits jetzt sagen, dass die Zeit im Freiwilligendienst für mich sehr kostbar war. Ich habe so viele wichtige persönliche Erfahrungen gemacht, die mich als Mensch weitergebracht haben. Das wird auf jeden Fall an mir haften bleiben.

    John: Bei mir ist es noch unentschieden, ob ich eine Ausbildung oder ein Studium im sozialen Bereich angehe. Jedoch verorte ich mich eigentlich mehr als Büroarbeiter. Von daher denke ich Sozialmanagement könnte für mich beide Aspekte unter einen Hut bringen.

    Welche Empfehlung habt Ihr für potentielle Freiwilligendienstleister?

    John: Offen sein. Die Zeit wirklich gut nutzen, um der Gesellschaft, den Menschen zu helfen. Dabei sollte man weniger auf das Taschengeld schauen.

    Alexander: Ich gebe ebenfalls den Rat, dass man offen sein sollte für neue, andere Lebenswege. Wenn man anderen helfen möchte, dann sollte man sich auch richtig darauf einlassen und die Zeit gut nutzen, um so viele Erfahrungen zu sammeln, wie möglich. Wer es so angeht, wird sich daran mit Sicherheit noch lange zurückerinnern.

    Redaktion: Torsten Wieland / Interview: Maria Hille

  • "Pufferzeit" nach Schule oder Ausbildung. Den BFD zur Orientierung nutzen. (Richard, 18, Phillip, 21)
    Phillip und Richard stehen zwischen hohen, gefüllten Regalen in einem Lager und halten Utensilien der Wasserwacht in den Händen. Foto: Tosten Wieland

    Dezember 2014

    Richard und Phillip leisten Ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) in der Landesgeschäftsstelle des DRK Landesverbandes. Für ein Jahr können sie sich in unterschiedlichen Bereichen reichlich ausprobieren und unschätzbare Erfahrungen sammeln. Phillip ist 21 Jahre alt und hat bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen. Er ist während seines Freiwilligendienstes im Projekt Body-Grips-Mobil beschäftigt. Richard ist 18 Jahre alt und hat gerade sein Abitur in der Tasche. Er hat gleich drei Aufgabenfelder. Er unterstützt die Referenten Wasserwacht und Bergwacht sowie „!Mitmischen“, das Projekt zur Stärkung des Ehrenamts im Verband.

    Die beiden hatten unterschiedliche Zugänge zum Freiwilligendienst und auch ihre Intentionen sind unterschiedlich. Es eint sie jedoch die Absicht den BFD für sich zur Orientierung zu nutzen. Beide sehen den Freiwilligendienst als eine willkommene Pufferzeit, um innezuhalten, die Gedanken zu ordnen und um über die Zukunft nachzudenken.

    Welche Aufgaben übernehmt ihr im BFD?

    Phillip: Ich plane die Einsätze des Body-Grips-Mobiles (BGM) und begleite den pädagogischen Auftritt des Mobiles vor Ort, zum Beispiel in Schulen. Ich habe keine Vorerfahrungen in diesem Bereich. Ich war vorher nur im technischen Bereich tätig, da war meist die schnelle Ausführung gefragt. Jetzt ist viel mehr Drumherum. Für mich ist das genau richtig, so kann ich mich bestens neu orientieren. Dass ich jetzt so viel mit Menschen zusammenkomme, ist eine Herausforderung, die mir Spaß macht und die sehr abwechslungsreich ist.

    Richard: Bei mir sind es hauptsächlich unterstützende Arbeiten, bei der Wasserwacht und der Bergwacht ist es oft Veranstaltungsplanung oder das Bestellen von Equipment für die Gemeinschaften. Im Großen und Ganzen macht es doch viel Spaß. Ein Fazit, was ich jedoch bereits für mich gezogen habe, ist, dass ich später in meinem Berufsleben nicht den ganzen Tag im Büro sitzen möchte.

    Wie seid Ihr zum Freiwilligendienst gekommen?

    Phillip: Ich hatte viele Leute im Freundeskreis, die einen Freiwilligendienst absolviert haben. Ich hab dann etwas recherchiert und bin auf das für mich ansprechende Projekt des BGM gestoßen.

    Richard: Bei mir stand nach dem Abitur sowieso eine Auszeit auf dem Plan.  Durch Eigenrecherche bin ich auf den BFD gestoßen und da meine Mutter Lehrerin im DRK Bildungswerk Sachsen ist, lag der Schritt zum Freiwilligendienst im DRK Landesverband nah.

    Orientierung finden

    Richard: Nach dem Abitur hatte ich keine konkrete Studienvorstellung. Die Bandbreite reichte vom technischen Bereich über pädagogisches Studium bis hin zum Psychologiestudium. Der vielseitige soziale Kontakt während des Freiwilligendienstes hilft mir dabei zu überlegen, was ich danach machen möchte.

    Phillip: Ich schätze am BFD, dass ich einen zeitlich begrenzten Einstieg in den sozialen Bereich finde, ohne mich auf Jahre hinaus festlegen zu müssen – wie das bei einer Ausbildung der Fall ist. In dem einen Jahr Freiwilligendienst kann ich mir das alles entspannt anschauen und entscheiden, ist es etwas für mich oder eher nicht. Ich denke auch schon weiter – während des BFD möchte ich in einem Kindergarten hospitieren, um herauszufinden, ob der Beruf des Erziehers vielleicht das Richtige für mich sein kann.

    Motivationen

    Phillip: Mir macht besonders die Arbeit mit Kindern Spaß, denn Kinder sind ehrlich und machen niemandem etwas vor. Dass ich mit der Präventionsarbeit, die das BGM auf spielerische Art leistet, auch bei der Aufklärung bei den Themen Sexualität und Drogen den Kindern und Jugendlichen eine Hilfe sein kann.

    Richard: Ich finde es klasse auch mal hinter die Kulissen zu schauen. Ich habe einige Freunde in der Wasserwacht und den Bereitschaften und die berichteten immer von tollen Veranstaltungen. Mich hat schon ziemlich interessiert, was an organisatorischen Aspekten dahintersteht. Und ich muss sagen, es macht schon Spaß, dies alles zu organisieren. Was aber am meisten Spaß macht, ist die Arbeit im Team – es macht einfach Freude jeden Tag auf Arbeit zu kommen.

    Besondere Momente

    Richard: Ich hatte mit der Bergwacht einen Termin im Kino UCI und konnte anschließend einen klasse Film übers Skifahren sehen. Außerdem hatten wir vor kurzem eine Seminarwoche in Chemnitz. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bekamen wir guten Kontakt zu den anderen BFDlern und schließlich waren wir eine richtig coole Truppe

    Phillip: Mir imponieren jedes Mal wieder die Veranstaltungen vor Ort, bei denen man ständig neue Leute trifft und stets mit neuen Aspekten in Verbindung kommt.

    Bildung

    Phillip: Die Bildungstage sind eine echte Bereicherung. Das man eine Teilnahmebestätigung erhält, die man später auch angerechnet bekommt, finde ich sehr sinnvoll. Ich nehme das Angebot gern mit. Ich hätte am liebsten noch mehr Bildungstage, weil es sehr viele  wirklich interessante Angebote sind und man wird immer super betreut.

    Richard: Da man sich den Großteil der Bildungstage selber aussuchen kann, ist das echt eine prima Geschichte, um den eigenen Horizont zu erweitern.

    Impulse

    Richard: Ich möchte in die medizinische Richtung gehen. Ich habe sogar vor mich beim DRK Bildungswerk für eine Ausbildung zum Notfallsanitäter zu bewerben. Wir hatten einen zweitägigen Erste-Hilfe-Kurs im Zuge des BFD und dabei habe ich gemerkt, das könnte meins sein!

    Anerkennung

    Phillip: Die Jungs im Freundeskreis stehen dem eher kritisch gegenüber, wenn ich sage, ich arbeite jetzt mit Kindern. Die Frauen sind allerdings richtig begeistert. [ein verschmitztes Lachen breitet sich auf seinem Gesicht aus]

    Richard: Meine Großeltern meinten, ich soll doch lieber studieren - gleich etwas Ordentliches machen. Aber der andere Teil der Familie findet es super, dass ich jetzt im sozialen Bereich unterwegs bin. Im Großen und Ganzen wird es doch positiv gesehen.

    Ratschläge an potentielle Interessenten


    Phillip: Wer nach der Schule noch nicht genau weiß, was er machen möchte, der sollte unbedingt die Chance des Freiwilligendienstes annehmen! Der bietet sich hervorragend an, um sich zu orientieren. Aber auch die Weiterbildung über die Bildungstage ist einfach klasse. Einfach machen!

    Richard: Ich kann den Freiwilligendienst auch nur empfehlen. Es lohnt sich. Es hat außerdem den Vorteil, dass man reinschnuppern kann. Man kann unter Umständen für sich vorzeitig entscheiden, das ist nichts für mich, ohne größere Konsequenzen – anders als bei einem Studium oder einer Ausbildung. Bei der Auswahl der Freiwilligenstelle sollten Interessierte weniger auf’s Geld schauen. Man sollte hauptsächlich schauen, dass das Angebot der eigenen Orientierung dient. Geld sollte das allerletzte sein, woraufhin man den Freiwilligendienst aussucht.

    Phillip: Gerade nach der Schule, ist man auch mit 350 Euro im Monat ganz zufrieden. Es ist ein schönes Taschengeld und in einer richtigen Ausbildung bekommt man meist auch nicht mehr.

    Richard: Der Freiwilligendienst ist außerdem ein echt cooler Einblick ins Arbeitsleben. Man arbeitet ja 40 Stunden Vollzeit, ist also quasi berufstätig. Früher konnte ich die Eltern nicht verstehen, wenn sie nach acht Stunden Arbeit geschafft nach Hause kamen – jetzt sieht das anders aus. Es ist eine Änderung der Sichtweise, die jedem nur gut tun kann.

    Redaktion & Interview: Torsten Wieland

  • Ungeahntes Potenzial in sich entdecken (Constanze, 45)
    Constanze sitzt mit einem Mädchen am Computer vor einem Lernprogramm. Sie zeigt dem Mädchen Symbole auf dem Bildschirm. Foto: Tosten Wieland

    Februar 2015

    Constanze ist 45 Jahre alt und leistet seit Oktober 2014 ihren Bundesfreiwilligendienst in der DRK-Kita „Schatzinsel“ in Dresden. In ihrer täglichen Arbeit begleitet sie den Gruppenalltag und unterstützt dabei die Pädagogischen Fachkräfte bei allen Verrichtungen im Tageslauf. Constanze sieht ihren BFD als Chance zur Neuorientierung.

    Wie bist du zum BFD gekommen?

    Constanze: Ich hatte junge, ehemalige Bundesfreiwillige kennengelernt, die mir begeistert von Ihrem Dienst berichteten. Ich fühlte mich gleich angesprochen und informierte mich weiter im Internet. Ich habe Kontakt zu einer Mitarbeiterin des DRK Landesverbandes Sachsen aufgenommen und bekam recht schnell eine umfangreiche Beratung darüber, wo und wie ich mich bewerbe, welche Bereiche und Einrichtungen hier in Dresden zur Verfügung stehen.

    Welche persönlichen Erwartungen verbindest du mit dem BFD?

    Constanze: Ich bin gelernte Kauffrau im Einzelhandel und habe in diesem Beruf viele Jahre gearbeitet. Über die Zeit wuchs in mir immer mehr der Wunsch nach Veränderung. Ich habe schließlich für mich festgestellt, dass ich eher im sozialen Bereich arbeiten möchte. Ich könnte mir eine Ausbildung zur Erzieherin vorstellen. Meine Dienstzeit will ich nutzen, um herauszufinden, ob meine Vorstellungen über den Beruf der Erzieherin mit der Realität auch wirklich übereinstimmen. Oft hat man ja romantische Vorstellungen von bestimmten Berufen und der Alltag sieht dann ganz anders aus. Außerdem ist es natürlich auch ein prima Praxistest für mich, um festzustellen, ob ich überhaupt den Aufgaben einer Erzieherin gewachsen bin. Das ist das tolle am BFD, hier erhält man reichlich Gelegenheit, im realen Arbeitsleben Erfahrungen zu sammeln.

    Was sind deine Aufgaben in der Einrichtung?

    Constanze: Die sind sehr vielfältig: mit den Kindern spielen, basteln, vorlesen, ihnen helfen, sie auch mal trösten. Ich bekomme zudem einen guten Einblick in die täglichen Tätigkeiten, die die Erzieherinnen und Erzieher so nebenbei mit bewältigen. Dazu gehören zum Beispiel die Körperpflege und das Windelwechseln, das Bereiten kleiner Obstmahlzeiten, das Bettenbeziehen mit den Kindern, aber auch kleine Reinigungstätigkeiten. All das, was halt so zwischendrin mit erledigt werden muss. Schön ist, dass ich auch in Projekte mit einbezogen werde. Ich kann das Kita-Team bei der Vorbereitung und Durchführung unterstützen, unter anderem habe ich so bei einem Erste-Hilfe-Kurs für die Schulanfänger mitgeholfen.

    Was waren bisher besondere Erlebnisse während deines Einsatzes?

    Constanze: Ich finde es toll, dass ich bei einigen Kindern recht offensichtlich Entwicklungsschritte beobachten kann. Richtig einbringen, mit meiner Fantasie, kann ich mich im Hausprojekt der Kita – das heißt „Große Kunst von Kinderhand“. Erstaunt war ich, wie alle Kindergartenkinder in einem großen Morgenkreis, per „Mind Map“, Ideen und Vorhaben dazu geplant haben. Hautnah habe ich auch die Eingewöhnung eines Kindes mit Migrationshintergrund erlebt. Am Anfang stellte sich das wegen der großen Sprachbarriere als recht schwierig dar. Die Gruppenerzieherin und ich haben dem Kind aber viel Zuwendung entgegengebracht und so konnte es inzwischen eine gute Bindung zu uns entwickeln. Ich bin schon sehr berührt, wenn ich sehe, wie sehr es mittlerweile unsere Nähe sucht.

    Was motiviert dich?

    Constanze: Die Arbeit mit den Kindern ist eine große Bereicherung für mich, zu sehen, wie sie denken und sprechen, was die Ein- bis Sechsjährigen alles schon können. Man kann durch eigene Impulse soviel bewirken. Die Kita arbeitet nach dem Motto „Lernen auf hundert Wegen“. Auch ich lerne jeden Tag dazu. Die Kollegen in der Kita unterstützen mich dabei nach Kräften. Ich bekomme genauso theoretische Hintergründe erläutert, wie ich auch beim praktischen Handeln angeleitet werde. Es ist fast wie eine Ausbildung, nur dass halt diese Verbindlichkeit noch nicht mitschwingt und ich das Ganze für mich noch als lange Probephase sehen kann. Dabei ist der Kita-Alltag immer abwechslungsreich. Kein Tag gleicht dem anderen. Toll ist, dass ich mich dabei oft an die eigene Kindheit erinnern kann.

    Fühlst durch dich im Arbeitsumfeld anerkannt?

    Constanze: Ich fühle mich als vollwertige Mitarbeiterin im Kitateam. Ich kann mich richtig aktiv einbringen und ausprobieren. Ich denke, die Kinder mögen mich. Sie wünschen mich als Spielpartner, lassen sich von meinen Ideen mitreißen, akzeptieren aber auch meine Ansagen. Auch von den Eltern der Kinder erfahre ich Wertschätzung. Sie respektieren mich und sind freundlich mir gegenüber.

    Erhältst du während des BFD Impulse, die auch für dich ganz persönlich wertvoll sind?

    Constanze: Der Umgang mit den Kindern ist schon sehr bereichernd für mich. Darüber hinaus finde ich das Konzept der Bildungstage gut. Die Seminare und Veranstaltungen des Landesverbandes bieten viel Abwechslung. Man bekommt Wissen vermittelt, dass nicht so theorielastig ist, sondern einen konkreten Bezug zur Gesellschaft hat. Ich finde, da kann jeder etwas für sich mitnehmen.

    Was ist dein Tipp an potentielle Interessenten?

    Constanze: Der BFD bietet selbst Menschen, die schon mitten im Leben stehen, die Möglichkeit sich neu zu orientieren. Hier kann man in verschiedene Bereiche Einblick nehmen, um für sich persönlich mehr Klarheit zu bekommen, was es ist, das einen wirklich interessiert. Wenn ich mich auf den Bildungsveranstaltungen des Landesverbandes mit den anderen BFDler austausche, so haben wir alle das Gefühl, in unserer jeweiligen Einsatzstelle, sinnvolle Arbeit zu leisten.
    An alle die neue Wege beschreiten wollen, kann ich sagen: Auf alle Fälle werdet ihr ganz viel neues Potential an euch selbst entdecken und eine Menge interessanter Menschen treffen. Traut euch, macht es!

    Ende August 2015 endet der Freiwilligendienst für Constanze, sie beabsichtigt, direkt danach in die Fachschulausbildung zur Erzieherin einzusteigen. Dafür ist sie dann optimal vorbereitet.

    Redaktion: Torsten Wieland / Interview: Kita-Leiterin

  • FdaG - eine erfüllende Aufgabe (Evelyn, 59)
    Evelyn steht vor dem Buffet, das für die Blutspender aufgebaut wurde. Foto: Tosten Wieland

    April 2015

    Der Freiwilligendienst aller Generationen (FdaG) bietet engagierten Menschen die Chance, in ehrenamtliche Arbeit hineinzuschnuppern. Ein kleines Taschengeld bringt zusätzlich Anreiz, ist jedoch nicht ausschlaggebend für das Engagement. Besonders für die Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen scheint das Angebot des FdaG interessant. Einige kommen das erste Mal mit dem Thema Ehrenamt in Kontakt. Doch finden sie Sinn in der Arbeit und das Gefühl, im vorgerückten Alter gebraucht zu werden, bleiben sie auch nach dem FdaG dabei. Eine Chance für alle!

    Es ist Donnerstag 14 Uhr. In der Geschäftsstelle des Kreisverbandes Geithain ist ein Blutspendetag angesetzt. In einem Raum ist alles durch Mitarbeiter des Blutspendedienstes für die Spende vorbereitet. In einem anderen Raum haben zwei Frauen die Regie. Eifrige Betriebsamkeit, ohne Hektik – hier sitzt jeder Handgriff! Eine große Schüssel Kartoffelsalat steht schon auf dem Buffet, Würstchen werden in der angrenzenden Küche erwärmt, ein großer Berg Brötchen erhält seinen Belag und auch Kuchen steht bereit. Zwei Freiwillige im FdaG kümmern sich um das leibliche Wohl der Menschen nach der Spende. Sie tun dies mit sehr viel Liebe zum Detail und sehr sorgfältig. Eine der Frauen ist Evelyn. Sie ist 59 Jahre alt und nimmt seit März 2014 im Kreisverband Geithain am FdaG teil, zunächst waren 12 Monate geplant, doch nun hat sie einer Verlängerung um weitere 12 Monate zugestimmt. Noch ist kein hungriger Spender in Sicht. Zeit, um mit Evelyn ins Gespräch zu kommen:

    Was umfasst Ihre Tätigkeit im FdaG?

    Eyelyn: Gemeinsam mit einer Freundin übernehme ich ein- bis zweimal im Monat die Spenderbetreuung während der Blutspendetermine in der Kreisgeschäftsstelle des Kreisverbandes und in Langenleuba-Oberhain in einer Schule. In Geithain sind wir pro Termin für die Versorgung von durchschnittlich 70 Spendern zuständig – am anderen Spendeort sind es circa 30. Das ist dann jeweils mit Vor- und Nachbereitung ein Einsatz von rund 14 Stunden. Wir kaufen bereits am Vortag ein und bereiten einige aufwendigere Speisen zu. Am Spendetag selber fangen wir früh um 9 Uhr an den Catering-Bereich vorzubereiten, bewirten die Spender und sind dann, bis alles anschließend wieder aufgeräumt ist, bis 21 Uhr vor Ort.

    Wie sind Sie zum Freiwilligendienst gekommen?

    Eyelyn: Hier in Geithain gibt es eine Kleiderkammer des DRK, dort bin ich hin und wieder, um für die Enkelkinder günstige Kleidung zu kaufen. Ich kenne die Verkäuferin gut. Es lagen im Laden Flyer aus, auf denen das DRK Leute für den FdaG suchte. Nach ein wenig Bedenkzeit bin ich in die Geschäftsstelle des Kreisverbandes marschiert und habe mich vorgestellt. Und weil mir gesagt wurde, dass noch eine weitere Person für die Spenderbetreuung benötigt wird, habe ich meine Freundin Heidi gefragt und seitdem machen wir das gemeinsam.

    Was ist Ihre Motivation?

    Eyelyn: Für mich ist der Freiwilligendienst ein Ausgleich zu meiner eigentlichen Tätigkeit. Ich arbeite halbtags in der Pflege, ich betreue Menschen mit Demenz in einem Seniorenheim in Geithain. Der Job ist nicht immer ganz einfach und ich habe oft das dringende Bedürfnis mit Menschen zusammenzukommen, mit denen ich mich ganz normal unterhalten kann. Und da ich ursprünglich aus der Gastronomie komme, ist das Zubereiten der Speisen und die Spenderbetreuung dafür genau das Richtige. Und die Menschen, die nach der Spende einen kleinen zwanglosen Plausch suchen, finden in uns immer einen Gesprächspartner.

    Was waren bis jetzt schönste Momente, Erlebnisse?

    Eyelyn: Unser Kartoffelsalat ist das absolute Highlight, der wird von allen sehr gelobt und es wird stets ordentlich zugelangt. Es gibt Spender die kommen extra aus Bad Lausick zu uns zur Spende, obwohl dort auch ein Blutspendestützpunkt des DRK existiert, weil es bei uns so gut schmeckt. Und mit manchen Spendern stehen wir im regen Austausch von Rezepten. Wenn es schmeckt und die Leute nach Ihrer Spende gut gestärkt nach Hause gehen, dann ist unsere Aufgabe erfüllt!

    Welche Ziele/Absichten haben Sie für die Zeit nach dem FdaG?

    Eyelyn: Gern möchte ich diese Aufgabe auch ehrenamtlich fortführen, weil mir die Arbeit hier viel Freude macht. Auch einen Einsatz in der Kleiderkammer für einige Stunden in der Woche könnte ich mir vorstellen.

    Welche Empfehlung haben Sie für potentielle Freiwilligendienstleister?

    Eyelyn: Für Menschen, die eh gerade auf Arbeitssuche sind, kann ich den FdaG empfehlen. Hier kann man sich das Einsatzgebiet ein stückweit selbst suchen. Und wenn derjenige seine Aufgabe gut macht…wer weiß, vielleicht ergeben sich daraus Chancen im ersten Arbeitsmarkt. Zuhause klingelt niemand an der Tür und unterbreitet Jobangebote! Man muss schon selbst aktiv werden und in die Bereiche reinschnuppern. Ich kenne einige hier im Kreisverband bei denen das gut geklappt hat.

    Redaktion & Interview: Torsten Wieland

  • "Jeder Tag im FdaG ist wieder eine Überraschung." (Ilona, 61)
    Die Freiwilligendienstleistende, Ilona, spielt mit den Kindern einer Kita ein Brettspiel. Foto: Tosten Wieland

    März 2015

    Ilona ist 61 Jahre alt und absolviert seit dem 15. November 2014 den Freiwilligendienst aller Generationen in der Kindertageseinrichtung „Bummi“ des DRK Kreisverband Delitzsch e.V. Sie wird dort für zwei Jahre lang 20 Stunden in der Woche tätig sein. Das bedeutet für Ilona, vier Stunden am Tag einer Aufgabe nachgehen zu können und quirliges Leben um sich zu haben.

    Wie bist du zum FdaG gekommen?

    Ilona: Ich war bereits vorher in der Kita tätig und kannte die Kolleginnen und die Leiterin. Durch die Einrichtung bin ich drauf aufmerksam geworden, dass es den FdaG gibt. Und weil ich verwitwet bin und keine weitere Familie in Delitzsch habe, habe ich gesagt: Das mache ich!

    Welche persönlichen Erwartungen verbindest du mit dem FdaG?

    Ilona: Ich bin gelernte Reinigungsfacharbeiterin und habe 25 Jahre diesen Beruf ausgeübt. Nach Arbeitslosigkeit und mehreren Umschulungen, die nicht zum Ziel geführt haben, habe ich nun hier nochmal eine Aufgabe gefunden, die mir Freude macht und bei der ich das Gefühl habe gebraucht zu werden. Ich bin da auch sehr flexibel: Wenn man mich braucht, komme ich.

    Was sind deine Aufgaben in der Einrichtung?

    Ilona: Ich unterstützte die Erzieherinnen hier in der Kita bei ihrer täglichen Arbeit. Ich helfe den Kindern beim Malen und Basteln. Ich helfe beim Anziehen und passe beim Aufenthalt auf dem Spielplatz mit auf.

    Was waren bisher besondere Erlebnisse während deines Einsatzes?


    Ilona: Wenn ich samstags in der Stadt unterwegs bin und die Kinder rufen höre „Ilona, Ilona!“ Das freut mich sehr. Die Kinder merken genau, ob man es mit ihnen gut meint oder ob man ein Stinkstiefel ist. Da mein Sohn im Ausland lebt und ich meine vierjährige Enkeltochter kaum sehen kann, ist das zumindest ein kleiner Ausgleich. Ich habe halt jetzt ganz viele Enkel auf Zeit. Mir sind alle lieb.

    Was motiviert dich?

    Ilona: Wie gesagt, ich habe kein Familie und keine Verpflichtungen in Delitzsch. Der Umgang mit Kindern macht mir viel Freude und ich denke, die Kinder mögen mich. Nachdem mein Mann ganz plötzlich gestorben war, ist der Kindergarten zu einer Art Ersatzfamilie geworden. Zwei Jahre vor der Rente habe ich hier noch einmal eine Beschäftigung gefunden, die mir im Alltag wieder Sinn gibt. Die Kinder mögen mich, ich bin hier die Kindergarten-Oma. Und auch die Erzieherinnen respektieren mich und wir verstehen uns gut. Es ist vor allem nicht jeder Tag gleich! Ich sage immer: Auf einen Tag im Kindergarten kannst du dich nicht vorbereiten! Du musst die Kinder jeden Tag so nehmen, wie sie kommen – schlechte Laune gehört genauso dazu wie helle Freude.

    Wie ist die Anerkennung im eigenen sozialen Umfeld?

    Ilona: Die Familie und die Freunde freuen sich mit mir, dass ich hier weitermachen kann, dass ich eine Aufgabe habe und dass ich nicht nur Zuhause rumsitze und depressiv werde. Vor allem mein Sohn weiß mich jetzt gut aufgehoben.

    Könntest du dir nach dem FdaG eine ehrenamtliche Weiterführung der Tätigkeit vorstellen?

    Ilona: Wenn man mich weiter braucht auf jeden Fall. Ich kann mir die Arbeit mit den Kindern auch weiter prima vorstellen. Da mein Leben der Kindergarten geworden ist.

    Was ist dein Tipp an potentielle Interessenten?

    Ilona: Also eine Einsatztätigkeit im Umgang mit Kindern kann ich nur empfehlen. Aber auch in anderen Bereichen können so gerade Ältere, die sonst wenige Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, etwas finden, das sie ausfüllt.

    Redaktion & Interview: Torsten Wieland

Wo erhalte ich weitere Informationen?

Alle wichtigen Informationen finden Sie zusammengefasst in unserem Flyer:

Ein Jugendlicher mit einem Basketball schaut in die Kamera. Er ist beim Freiwilligendienst. Vor ihm ist eine Sprechblase, in der steht: "Ich für andere. Und du?"