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Medieninformation - Rettungsschwimmer bereit für Saison 2026 – Wasserwacht sieht Handlungsbedarf an Badeseen

Wasserwacht am Bärwalder See bei Boxberg in der Oberlausitz: Helfer beim Anschwimmen an eine ertrinkende Person - Juli 2019

Mit Beginn des Frühjahrs bereitet sich die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes in Sachsen auf die kommende Saison an Seen, Flüssen und Badestellen vor. Trotz der eher kühlen Badesaison 2025 haben Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer 18 Menschenleben in Sachsen gerettet und in 149 Fällen die Patienten erstversorgt an den Rettungsdienst übergeben. In den vergangenen Monaten wurde intensiv trainiert, neue Einsatzkräfte ausgebildet und Technik sowie Rettungsmittel für die Saison 2026 vorbereitet. Damit steht die Wasserwacht bereit, um Badegäste und Wassersportler auch in diesem Jahr abzusichern. Gleichzeitig sieht die Organisation drei zentrale Herausforderungen für eine sichere Entwicklung des Wassersports und des Badetourismus im Freistaat.

Tourismus wächst mit Sicherheit.

Der Ausbau des Lausitzer Seenlandes und des Leipziger Neuseenlandes hat Sachsen in den vergangenen Jahren zu einer der größten künstlichen Wasserlandschaften Deutschlands gemacht. Mit dem touristischen Wachstum steigt auch die Zahl der Menschen, die die Gewässer im Freistaat zum Baden, für Wassersport oder zur Erholung nutzen.

Die Wasserwacht begrüßt diese Entwicklung und ist bereit, Verantwortung für die Sicherheit an den Gewässern zu übernehmen. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass die Sicherheitsstrukturen vielerorts nicht mit dem Wachstum der touristischen Angebote Schritt halten.

„Fragt man die Menschen, dann liegt ihnen die Bewachung der Badestellen und eine Möglichkeit zur Ersten Hilfe sehr am Herzen. Vielen ist ein realer Rettungsschwimmer am Badestrand wichtiger als eine WLAN-Verbindung oder eine perfekt in Szene gesetzte Promenade“, sagt Robert Wölk, Landesleiter der DRK-Wasserwacht Sachsen.

Aktuell sind von den 35 ausgewiesenen EU-Badegewässern im Freistaat Sachsen nicht einmal die Hälfte regelmäßig bewacht. In Summe sind fast 90% der Badestellen an Seen und Teichen in Sachsen unbewacht. Dabei zeigt die Erfahrung: Wo Wasserrettungsstationen besetzt sind, steigt auch die Sicherheit für Badegäste und Wassersportler deutlich.

Die meisten Einsätze betreffen dabei keine lebensbedrohlichen Situationen. Häufig leisten die ehrenamtlichen Retterinnen und Retter Erste Hilfe, helfen bei kleineren Notfällen oder sorgen durch ihre Präsenz für mehr Ordnung und gegenseitige Rücksichtnahme an den Badestellen. Gleichzeitig entlasten sie den Rettungsdienst, Feuerwehren und Rettungshubschrauber.

Ein bewachter Strand wird damit zunehmend zu einem Qualitätsmerkmal für touristische Destinationen. Die Wasserwacht regt deshalb an, die Unterstützung der Landkreise und kreisfreien Städte zur Gewährleistung der Sicherheit an touristisch genutzten Gewässern künftig stärker in landesweite Entwicklungsstrategien einzubeziehen.

Lebensretter im Training gleich behandeln

Auch die Ausbildung der Rettungsschwimmerinnen und Rettungs-schwimmer steht vor Herausforderungen. In den Wintermonaten trainieren die Ehrenamtlichen vor allem in Hallenbädern. Doch steigende Kosten und begrenzte Wasserflächen erschweren vielerorts die Ausbildung.

Neben dem Rückgang von Schwimmhallen haben sich in den vergangenen Jahren auch die Preise für Trainingszeiten deutlich erhöht. Die DRK-Wasserwacht Sachsen fordert deshalb, Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer im Training bei den Nutzungsbedingungen von Schwimmhallen mit Schwimmsportvereinen gleichzustellen. Das dies funktionieren kann, zeigen Schwimmhallenbetreiber außerhalb der urbanen Zentren von Sachsen.

„Ehrenamtliche Lebensretter im Training dürfen nicht schlechter gestellt werden als Sportschwimmer“, betont Landesleiter Wölk.

Extremwetter erfordert stärkere Wasserrettung

Die Folgen des Klimawandels führen auch in Sachsen häufiger zu extremen Wetterlagen. Lokale Starkregenereignisse, Sturzfluten oder Flusshochwasser können kurzfristig große Einsatzlagen auslösen. Allein 2024 hat es drei sogenannte Vb-Wetterlagen gegeben, die in unseren Nachbarländern zum Teil enorme Schäden angerichtet haben.

Historisch ist Sachsen vergleichsweise gering mit spezialisierten Wasserrettungseinheiten ausgestattet. Aus Sicht der Wasserwacht gewinnt deshalb die Weiterentwicklung der Wasserrettung im Katastrophenschutz zunehmend an Bedeutung.

Um auf zukünftige Einsatzlagen vorbereitet zu sein, hält die Wasserwacht eine Stärkung der bestehenden Wasserrettungseinheiten zu fünf Wasserrettungszügen für notwendig. Dazu gehören zusätzliche Einsatzkräfte und Transportmöglichkeiten mit Spezialqualifikationen etwa für Fließwasserrettung, Rettungstauchen oder hubschraubergestützte Wasserrettung.

 

Die Saison 2025 in Vergleich zu 2024

 

2024

2025

Einsätze

1913

1769

Lebensrettungen

15

18

Erste Hilfe

1449

1.383

Vermisstensuche

18

29

Einsätze  mit Patientenübergabe an Rettungsdienst

126

149

 

Ehrenamt trägt die Wasserrettung

Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes ist die Einsatzeinheit des DRK am, auf und im Wasser. Zu ihren Kernaufgaben gehören die Wasserrettung, die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung sowie die Absicherung von Badestellen und Wassersportveranstaltungen.

Bundesweit stellt die Wasserwacht rund die Hälfte aller Wasserrettungseinsätze. Jedes Jahr retten ihre Mitglieder etwa 200 Menschen vor dem Ertrinken und leisten rund 50.000-mal Erste Hilfe. Möglich wird dies durch etwa 120.000 ehrenamtlich engagierte Helferinnen und Helfer. In Sachsen hat die Wasserwacht 5.915 Mitglieder darunter auch 71 Jugendgruppen.


Für weitere Informationen und Anfragen wenden Sie sich bitte an:

DRK Landesverband Sachsen e.V.
Dr. Kai Kranich

E-Mail: k.kranich(at)drksachsen(dot)de

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