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Medieneinladung - Vergessene Heldin wiederentdeckt: DRK-Geschichtspreis geht an sächsischen Forscher.

Die erste Frau weltweit, welche unter dem Banner des Roten Kreuzes zu hilflosen Verwundeten eilte, kommt aus Sachsen. Marie Simon umsorgte und verpflegte in zwei Kriegen verwundete und kranke Soldaten. 1866 leitete sie als erste Ehrenamtliche, einen Einsatz im Zeichen des Roten Kreuzes. Die Wiederentdeckung dieser Vorkämpferin der humanitären Hilfe verdanken wir André Uebe aus dem sächsischen Beierfeld. Für diesen Verdienst und sein Lebenswerk wird er mit dem erstmals ausgeschriebenen Castiglione-Preis des Deutschen Roten Kreuzes geehrt.

Sie sind herzlich eingeladen an der Veranstaltung teilzunehmen. 

Wann: 27. Februar 2024 von 16:00 – 17:00 Uhr

Wo: DRK Landesverband Sachsen e.V, Bremer Straße 10d, 01067 Dresden

Anmeldung unter: k.kranich(at)drksachsen(dot)de

Der Castiglione-Preis würdigt das vielfältige Engagement um die Aufarbeitung und Verbreitung der Geschichte der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Jährlich werden zwei Personen oder Projekte ausgezeichnet. Der Preis ist mit 1.500 Euro Preisgeld dotiert und wurde 2023 erstmalig ausgeschrieben. Zu den ersten Preisträgern gehört neben André Uebe, die Bereitschaftsjugend im Bezirksverband Ober- und Mittelfranken im DRK-Landesverband Bayerisches Rotes Kreuz, für das digitale Exit-Game „Helft Henry!“.

„Als Rotkreuzler mit Leib und Seele und Historiker aus Neigung widmet sich André Uebe seit über 40 Jahren in seiner Freizeit ehrenamtlich dem Sammeln von Schriftgut und Gegenständen der Rotkreuz-Geschichte und erforscht und verbreitet die Kenntnisse über das Rote Kreuz in Sachsen und in Deutschland. Seit 1995 leitet er das Sächsische Rotkreuz-Museum in Beierfeld, dessen Grundstock von der früheren örtlichen Sanitätskolonne zusammengetragen wurde. Er leistet damit Verbreitungsarbeit im besten Sinne; persönliche Überzeugung, hohes Fachwissen und eine ständig wachsende Sammlung von inzwischen über 16.000 Exponaten versetzen ihn in die Lage, die Geschichte und die Werte unseres Verbandes anschaulich zu vermitteln. Damit trägt er entscheidend zur Kultur und zum Zusammenhalt im Roten Kreuz bei. Mit seinem Gesamtwerk zeigt André Uebe immer wieder neue Erkenntnisse zur Geschichte des DRK, so zum Beispiel zum vergessenen Wirken von Marie Simon“, würdigt Dr. Nicole Porzig, Mitglied des Vorstandes vom DRK Landesverband Sachsen e.V. die Verdienste von André Uebe. 

„Es gibt wohl kaum jemand anderen, der sich um die Aufarbeitung, Bewahrung und Vermittlung der Geschichte des DRK so verdient gemacht hat wie André Uebe. Sein Engagement für das DRK und seine Hilfsbereitschaft sind beeindruckend. Die Verleihung des Geschichtspreises an ihn soll unsere große Anerkennung für sein Lebenswerk widerspiegeln”, sagt Dr. Volkmar Schön, Vizepräsident des DRK und Jurymitglied des Castiglione-Preises.

 

Zur Person Marie Simon:

Marie Simon war eine sorbische Frau, unehelich geboren, geschieden und lebte von 1824 bis 1877. Diese biographischen Eckdaten zeigen, dass ihr späterer Werdegang nicht selbstverständlich war und begründen, warum sie eine vergessene Heldin ist. Marie Simon umsorgt und verpflegt in zwei Kriegen unermüdlich verwundete und kranke Soldaten auf den Schlachtfeldern. Sie sorgte dafür, dass die Krankenpflege als Beruf anerkannt und dass Krankenpflegerinnen fundiertes Wissen vermittelt wurde. Sie schuf damit die Grundlage, dass dieser Beruf Frauen einen finanziellen Lebensunterhalt ermöglichte.

1866, einen Monat vor der Schlacht bei Königgrätz, wurde auf Initiative von König Johann der „Internationale Verein zu Pflege im Kriege verwundeter und erkrankter Soldaten für das Königreich Sachsen“ gegründet. 1867 wurde der Albertverein als Frauenverein gegründet. Aus beiden Vereinen entsteht später das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen. Es war nicht die erste Rotkreuz Gesellschaft in Deutschland, aber die erste, die unter dem Zeichen des Roten Kreuzes operativ auf den Schlachtfeldern tätig war. Zum ersten Mal in Böhmen nach der Schlacht bei Königgrätz unter der Leitung von Marie Simon.

Ihre letzte Ruhestätte fand Marie Simon auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden. Das lange Zeit in Vergessenheit geratene Grab wurde mit Hilfe der Stadt Dresden, der Friedhofsverwaltung und dem DRK in Sachsen restauriert und 2023 der Öffentlichkeit wieder zugängig gemacht. 

 

Weiterführende Hinweise:

Weitere Informationen zum Preis finden Sie unter dem folgenden Link: https://www.drk.de/geschichtspreis/

zu Marie Simon: Marie Simon - Landesverband Sachsen e.V. (drksachsen.de)

Die Briefe und Tagebuchblätter von Marie Simon wurden anlässlich des Marie-Simon-Jahr 2024 von Thomas Klemp im Auftrag des DRK Landesverband Sachsen e.V. neu herausgegeben. Marie Simon | Briefe und Tagebuchblätter | Klemp, Thomas (Hg.) (avm-verlag.de)

Das sächsische Rotkreuzmuseum finden Sie unter: Rotkreuzmuseum - DRK KV Aue-Schwarzenberg e.V. (drk-asz.com)


Für weitere Informationen und Anfragen wenden Sie sich bitte an:

DRK Landesverband Sachsen e.V.
Dr. Kai Kranich
Tel.: 0351 - 4678104

E-Mail: k.kranich(at)drksachsen(dot)de

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