Kommt es beim Wandern oder Bergsteigen zu Unfällen kann die Situation schnell lebensbedrohlich werden. Deshalb gibt die DRK Bergwacht Sachsen sechs Tipps an die Hand, was im Notfall zu tun ist – auch wenn das Handy gerade keinen Empfang hat, um die Leitstelle zu alarmieren. Das Wichtigste zuerst: Nicht erst zum Handy greifen, sondern die Lage erfassen, Gefahren erkennen und lebensbedrohliche Verletzungen versorgen!
Überblick verschaffen und Erste Hilfe leisten:
Unbedingt auf den Eigenschutz achten. Danach Bewusstsein und Atmung prüfen und schwere Verletzungen erkennen. Starke Blutungen müssen sofort gestillt werden. Verletzte sollten nur bewegt werden, wenn am Unfallort unmittelbare Gefahr besteht, zum Beispiel an einem Abhang oder Ähnliches. Sind mehrere Personen vor Ort, sollte diese sich aufteilen: eine Person führt die Sofortmaßnahmen durch, die Andere setzt den Notruf ab.
Notruf mit dem Handy:
Immer zuerst die 112 wählen. Auch wenn das eigene Mobilfunknetz nicht verfügbar ist, kann das Handy gegebenenfalls ein anderes Netz für den Notruf nutzen. Einige neuere Geräte ermöglichen außerdem einen Notruf über Satellit, der aber auch voraussetzt, dass es eine einigermaßen freie Sicht auf den Himmel gibt.
Wenn keine Verbindung möglich ist:
Andere Wandernde oder Kletternde ansprechen und um Hilfe bitten. Außerdem ist es sinnvoll eine Straße oder ein bewohntes Gebäude zu suchen, dabei sollte sich die suchende Person Unfallort und markante Punkte auf den Weg einprägen. Wenn möglich, bleibt mindestens eine Person beim Verletzten. Für den Notruf helfen Angaben wie Wegname, Wegweiser, markanter Felsen oder GPS-Koordinaten.
Alpines Notsignal:
Kann keine Verbindung hergestellt werden, kann das alpine Notsignal helfen: Innerhalb einer Minute sechsmal rufen, pfeifen oder ein sichtbares Signal geben, eine Minute pausieren und die Folge wiederholen. In der Sächsischen Schweiz kann sich wegen Wald und Gelände besonders eine Trillerpfeife anbieten, um auf die eigene Situation aufmerksam zu machen.
Notrufpunkte und Selbsthilfeboxen:
Rund 660 gelbe Notrufpunkte befinden sich an Wegweisern, Schutzhütten und Informationstafeln. Ihre vierstellige Nummer ist bei der Leitstelle einer genauen Position zugeordnet. Sie enthalten weder Telefon noch Erste-Hilfe-Material. Anders ist das bei den Selbsthilfeboxen, diese enthalten: Verbandsmaterial, Rettungsdecken und meist eine Klapptrage. Aber auch die Selbsthilfeboxen ersetzen weder Notruf noch professionelle Rettung.
Tour vorbereiten:
Zur Vorbereitung gehören ein geladenes Handy, möglichst eine Powerbank, Offline-Karte und Erste-Hilfe-Set mit Rettungsdecke. Bei längeren Touren sind Stirnlampe, Wetterschutz, Getränke und Verpflegung sinnvoll. Angehörige sollten Route, Ziel und ungefähre Rückkehrzeit kennen. Ebenso wichtig: Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig auffrischen.
Hannes Markert, Landesleiter der DRK Bergwacht Sachsen, führt noch weiter an: „So ein Erste-Hilfe-Kurs ist schnell gemacht und gibt einem selbst Sicherheit, weil man dann genau weiß, was in brenzligen Situationen zu tun ist. Je mehr Menschen diese Basics beherrschen, desto sicherer wird es für alle, die gerne in unserer schönen Natur unterwegs sind.“
Der Erste-Hilfe-Tag ist damit auch eine Erinnerung an alle, die in Sachsen in Bergen und Wäldern unterwegs sind. Verbreitung ist alles, demnach: Handy aufladen und regelmäßig die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen.
Für weitere Informationen und Anfragen wenden Sie sich bitte an:
DRK Landesverband Sachsen e.V.
Dr. Kai Kranich
E-Mail: k.kranich(at)drksachsen(dot)de
