Die DRK Bergwacht Sachsen blickt auf ein einsatzreiches erstes Halbjahr 2026 zurück. Rund 400 Einsätze leisteten die ehrenamtlichen Bergretterinnen und Bergretter zwischen Januar und Juni. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit etwas mehr als 300 Einsätzen bedeutet dies einen deutlichen Anstieg. Hauptursache dafür war die intensive Wintersaison im Erzgebirge, insbesondere im Skigebiet Oberwiesenthal.
Mehr als die Hälfte aller Einsätze entfielen auf Skiunfälle. Auch Fahrradunfälle ereigneten sich überwiegend im Erzgebirge. In der Sächsischen Schweiz und im Zittauer Gebirge standen dagegen vor allem Wander- und Kletterunfälle im Mittelpunkt. Allein in der Sächsischen Schweiz rückte die Bergwacht bereits 83-mal aus. Die häufigsten Ursachen waren dabei Stolperstürze sowie internistische Notfälle, die nicht zwangsläufig im Zusammenhang mit dem Wandern standen.
"Die steigenden Einsatzzahlen zeigen, dass unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte zunehmend gefordert sind. Gleichzeitig sehen wir, dass viele Unfälle vermeidbar wären. Wer sich ehrlich auf seine Tour vorbereitet, die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einschätzt und die richtige Ausrüstung nutzt, kann das Risiko deutlich reduzieren", sagt Kai Kranich, Pressesprecher des DRK Sachsen.
Die Bergwacht beobachtet zudem einen langfristigen Trend in der Sächsischen Schweiz. Immer häufiger müssen Rettungshubschrauber angefordert werden. Während im Jahr 2019 noch 30 Einsätze gemeinsam mit einem Rettungshubschrauber durchgeführt wurden, waren es 2025 bereits 44. Auch die Alarmierungen der ehrenamtlichen Alarmgruppen außerhalb der regulären Hüttenbesetzung steigen kontinuierlich an.
Im laufenden Jahr musste die Bergwacht außerdem bereits zwei Totenbergungen durchführen – jeweils eine in der Sächsischen Schweiz und eine im Erzgebirge. Tödliche Kletterunfälle wie im vergangenen Jahr blieben bislang glücklicherweise aus.
Die Bergwacht weist darauf hin, dass die sächsischen Mittelgebirge häufig unterschätzt werden. Ungeeignetes Schuhwerk, eine mangelhafte Tourenvorbereitung, zu wenig Trinkwasser oder eine falsche Einschätzung der eigenen körperlichen Verfassung zählen regelmäßig zu den Ursachen für Notfälle.
"Unsere Mittelgebirge bieten fantastische Naturerlebnisse. Wer jedoch mit der falschen Ausrüstung oder ohne ausreichende Vorbereitung unterwegs ist, bringt sich schnell in Gefahr. Deshalb empfehlen wir, Touren sorgfältig zu planen, ausreichend Wasser mitzunehmen und für die Navigation zuverlässige Karten zu verwenden", so Kranich.
Alle Mitglieder der DRK Bergwacht Sachsen engagieren sich ehrenamtlich. In insgesamt 19 Bergwachten leisten 386 aktive Einsatzkräfte Hilfe im unwegsamen Gelände. Sie retten und versorgen Wanderer, Bergsteiger, Radfahrer sowie Wintersportler und stehen der Bevölkerung an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung.
Spenden sichern die Einsatzbereitschaft
Die DRK Bergwacht Sachsen finanziert ihre Arbeit unter anderem über Krankenkassen, Einnahmen aus Sanitätsdiensten, öffentliche Fördermittel und Spenden. Gerade Spenden sind unverzichtbar, um die Ausbildung neuer Bergretterinnen und Bergretter, persönliche Schutzausrüstung sowie moderne Rettungstechnik zu finanzieren.
Wer die Arbeit der Bergwacht unterstützen oder selbst Teil des Teams werden möchte, findet weitere Informationen auf der Website der DRK Bergwacht Sachsen. (LINK)
Mitmachen: Mitmachen - Bergwacht Sachsen
Spenden: Jetzt spenden - Landesverband Sachsen e.V.
Website der DRK Bergwacht Sachsen: bergwacht-sachsen.de - Bergwacht Sachsen
Für weitere Informationen und Anfragen wenden Sie sich bitte an:
DRK Landesverband Sachsen e.V.
Dr. Kai Kranich
E-Mail: k.kranich(at)drksachsen(dot)de
