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Medieninformation - DRK-Fahrdienst in Not – Keine Entlastung trotz Spritpreisbremse

Tagespflegeeinrichtung vom DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald e. V. in Luckenwalde: Ankunft von Seniorinnen mit dem Fahrdienst - 07.09.2023

Die stark gestiegenen Spritpreise belasten den DRK-Fahrdienst in Sachsen zunehmend und damit eine wichtige Säule des Gesundheitssystems. Die Senkung der Energiesteuer führt dabei aktuell nicht zu der benötigten Entlastung. Bereits vor dem Krieg im Nahen Osten ließ die Refinanzierung des Fahrdienstes nur eine rote Null in den Bilanzen der DRK-Verbände zu. Eine Weitergabe der durch die Spritpreise gestiegenen Kosten an die Patientinnen und Patienten darf dabei nicht die Lösung sein und ist nach den Verträgen mit den Krankenkassen auch nicht zulässig.

„Wir transportieren keine Pakete, wie befördern Menschen! Der DRK-Fahrdienst ist ein zentraler Baustein der Gesundheitsversorgung in Sachsen. Wenn er wegbricht, fehlt nicht nur ein Transportmittel, sondern auch die Fürsorge, die unsere Mitarbeitenden jeden Tag leisten.“, so der Pressesprecher des DRK in Sachsen, Kai Kranich.

Mit über 650 Mitarbeitenden, 28 Standorten und knapp 250 Fahrzeugen ist das DRK der größte Anbieter von Krankenfahrten im Freistaat. Doch die finanzielle Belastung wird immer größer. 2025 wurden allein 158.000 Krankenfahrten durchgeführt, Tausende weitere für Menschen mit Behinderungen sowie Schülerinnen und Schüler. Ohne eine zusätzliche, zeitlich begrenzte Unterstützung droht das Aus für diese unverzichtbare Gesundheitsdienstleistung in der Fläche.

Warum der DRK-Fahrdienst nicht durch Taxi oder Krankentransport ersetzt werden kann

  • Spezialisierte Fürsorge statt reiner Transport: Die Mitarbeiter des DRK begleiten die Fahrgäste nicht nur von Tür zu Tür, sondern unterstützen sie auch beim Ein- und Aussteigen, beim Umsetzen auf Behandlungsstühle oder beim Warten in der Praxis. Diese persönliche Betreuung geht über den reinen Transport hinaus und ist besonders für ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen wichtig. Ein Qualitätsmerkmal, das weit über das hinaus geht, was ein Taxi leisten kann, und das unter Kostendruck als Erstes wegfallen dürfte.

  • Entlastung für Rettungsdienst und Krankentransport: Viele Fahrten, die aktuell der DRK-Fahrdienst übernimmt, würden ohne ihn auf teurere Krankentransportwagen oder sogar Rettungswagen verlagert und das System noch weiter überlasten. Damit senkt der Fahrdienst die Kosten im Gesundheitswesen und hilft Kapazitäten für Notfälle freizuhalten. 

  • Flächendeckende Versorgung in Sachsen: Gerade in ländlichen Regionen sichert der DRK-Fahrdienst die Mobilität von Patientinnen und Patienten zu Arztpraxen und Krankenhäusern – eine Aufgabe, die mit der aktuellen Krankenhausreform und dem Rückzug von Kliniken noch wichtiger wird.

Praktische Beispiele: Wo der Fahrdienst gebraucht wird

  • Regelmäßige Fahrten zur Dialyse und Chemotherapie für Patientinnen und Patienten, die auf diese Behandlung angewiesen sind

  • Transport von Senioren nach Krankenhausaufenthalten, die nicht allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause kommen können

  • Fahrten für Menschen mit Gehbehinderungen, die auf Rollstuhl- oder Tragestuhltransporte angewiesen sind, um Arzttermine oder Reha-Maßnahmen wahrnehmen zu können

Forderungen an Politik und Kostenträger

  • Kurzfristige, zeitlich begrenzte, finanzielle Unterstützung: Zusätzlich zu der gesenkten Energiesteuer werden 20 Cent mehr pro Besetzkilometer (Fahrtstrecke mit einem Patienten an Bord), benötigt.

  • Bessere Information der Ärzteschaft: Viele Verordnungen für Krankentransporte könnten durch den günstigeren DRK-Fahrdienst abgedeckt werden, wenn Ärzte die Möglichkeiten besser kennen würden.

Fazit: Der DRK-Fahrdienst ist systemrelevant – für Patientinnen und Patienten, für das Gesundheitssystem und für Sachsen. Jetzt braucht es schnelle Lösungen, bevor es zu spät ist
 


Für weitere Informationen und Anfragen wenden Sie sich bitte an:

DRK Landesverband Sachsen e.V.
Dr. Kai Kranich

E-Mail: k.kranich(at)drksachsen(dot)de

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