Am 25. und 26. September wurde der Truppenübungsplatz der Bundeswehr zum Schauplatz einer außergewöhnlichen Übung. Insgesamt 68 Fahrzeuge und rund 300 Einsatzkräfte verschiedener Hilfsorganisationen kamen zusammen, um über 24 Stunden hinweg die Versorgung einer großen Zahl verletzter Menschen zu trainieren.
Für das DRK waren Einsatzkräfte der Kreisverbände Dresden-Stadt, Leipzig-Stadt und Chemnitz-Stadt vor Ort, die zusammen mit den anderen Organisationen die medizinische Tasks Force gebildet haben. Unterstützt wurden sie vom Jugendrotkreuz, das insbesondere bei der realitätsnahen Notfalldarstellung eine wichtige Rolle übernahm.
24 Stunden Dauerbelastung
Im Mittelpunkt der Großübung stand ein fiktives Szenario mit einem Massenanfall von Verletzten. Angenommen wurde ein Angriff auf einen östlichen NATO-Partner. Verletzte werden daraufhin zur weiteren Versorgung nach Deutschland gebracht und müssen hier aufgenommen, medizinisch versorgt und anschließend weitertransportiert werden.
Für die Einsatzkräfte bedeutete das: Behandlungsstrukturen aufbauen, Verletzte sichten und versorgen, Transporte koordinieren.
Der Behandlungsplatz wurde über die gesamte Übungsdauer von 24 Stunden betrieben. Mehrere Einsatz- und Führungsschichten wechselten sich dabei ab. Dabei mussten Informationen über Patientinnen und Patienten, laufende Behandlungen, verfügbare Ressourcen und die gesamte Einsatzlage vollständig an die nachfolgenden Kräfte übergeben werden, während der Betrieb gleichzeitig weiterlief.
80 Verletztendarstellende sorgen für realistische Bedingungen
Damit die medizinischen Abläufe möglichst realitätsnah trainiert werden konnten, waren rund 80 Verletztendarstellende Teil des Szenarios. Eine wichtige Aufgabe übernahm dabei das Jugendrotkreuz.
Durch geschminkte Verletzungen, gespielte Symptome und unterschiedliche Reaktionen der Betroffenen konnten die Einsatzkräfte mit Situationen konfrontiert werden, wie sie ihnen auch im tatsächlichen Einsatz begegnen könnten. Für die Helferinnen und Helfer bedeutete das, medizinische Entscheidungen unter realitätsnahen Bedingungen zu treffen und gleichzeitig die Betreuung der Betroffenen im Blick zu behalten.
Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg
Neben dem DRK waren unter anderem Einsatzkräfte der Johanniter, des Arbeiter-Samariter-Bundes, von Falck und der DLRG beteiligt. Insgesamt kamen bei Vorbereitung und Durchführung der Großübung mehr als 10.000 ehrenamtliche Stunden zusammen.
Eine Besonderheit der Übung war auch die wissenschaftliche Begleitung der Schichtübergaben. Dabei wurde untersucht, wie ein kompletter Behandlungsplatz im laufenden Betrieb an eine neue Einsatzschicht übergeben werden kann, ohne die medizinische Versorgung wesentlich zu unterbrechen.
Die Erfahrungen aus den 24 Stunden sollen dabei helfen, bestehende Abläufe weiterzuentwickeln und die beteiligten Einheiten noch besser auf größere Schadenslagen vorzubereiten.
Für weitere Informationen und Anfragen wenden Sie sich bitte an:
DRK Landesverband Sachsen e.V.
Dr. Kai Kranich
E-Mail: k.kranich(at)drksachsen(dot)de
